die costablancastory heute im ta.gi.ma.gi. göttlich. herrlich!
der akku der kiz ist alle: so schnell hab ich den bollo noch nie einschlafen sehen. ins bett gelegen, licht aus, weg. das häxli folgte ihm nur wenige minuten später ins land der träume weg. es war ein ereignisreicher tag gewesen. eigentlich wäre ein ritterfest oder die messe basel auf dem programm gestanden. die kiz waren aber gestern dermassen durch den wind, dass wir beschlossen, den ganzen tag zu hause zu bleiben.
es hatte sich gelohnt; es wurde ein wunderbarer tag. am morgen durfte der bollo auf dem velo ins dorf zum einkaufen radeln, und am nachmittag waren wir einfach draussen, spielten noch mit anderen kindern und irgendwann waren alle dabei, einen kürbis zu zerschneiden. die kinderkrankenschwester kam zu uns zum essen, und das eine nachbarsmädchen wurde vom bollo spontan auch noch eingeladen.
wir waren am essen, als die zwei lausebengels von weiter oben an der türe läuteten; sie waren als spiderman und scream verkleidet. (sehr originell, aber das häxli hatte sofort angst.) sie bekamen alles, was wir hatten – nicht sehr viel – und gingen wieder. fünf minuten später läuteten die jungs wieder, und unsere sehr bescheidene hütte war voll. ausser dem häxli waren alle kiz älter als der bollo, der älteste geht schon in die dritte oder vierte klasse.
wir liessen die kiz alleine, was wohl gut war, sie spielten dermassen cool miteinander, dass es eine wahre freude ist. dabei merkte man schon, dass das girl und die beiden lausebengels den umgang miteinander gewohnt waren – ihre mütter sind eng befreundet –, aber sie nahmen für die eine, zwei stunden den bollo in ihrer mitte auf, als wäre er immer dabei gewesen. ich glaube, er hat das wahnsinnig genossen.
insbesondere der ältere der beiden lausebengels ist ein kinderflüsterer, das kann man sich kaum vorstellen. wie der mit dem häxli umgeht, sucht seinesgleichen, vor allem in seiner altersstufe. er hat sich auch schon einen ganzen nachmittag mit dem bollo beschäftigt, mit ihm den traktor und den porsche mit seilen verbunden und den ganzen nachmittag rumgezogen. der ist echt hammer, der kleine kerl.
das war auch so ein abend, den ich immer im herzen behalten werde, einer der mich irgendwann mit wehmut an die zeit in e. zurückblicken lässt.
bevor ich daran dachte, ein haus zu kaufen, dachte ich vor allem eines: nie, nie mehr spannteppich. es ist zwar wunderbar kuschelig, aber nicht kindertauglich. die ärgsten flecken aber sind nicht von den kindern, sondern vom eb: flecken von umgeschmissenen kaffeetassen bringt man auch mit vanish oxy action nicht weg.
dann dachte ich daran, ein haus zu kaufen, und weil ich schon in vielen häusern war, hab ich mir mein eigenes längst aus der summe dieser zusammen gebaut. es war klar: plattenböden erleichtern vieles und sind pflegeleicht. es gibt auch schöne, die nicht all zu teuer sind. in dem haus, in dem wir bald leben werden, war ein matt-schwarzer plattenboden eingeplant, der mir im prinzip auf anhieb gefallen hat. dem eb gefiel ein anderer, leicht blaugrauer – wer unser auto kennt: ungefähr in diesem farbton – mit dunkleren, wolkenstrukturähnlichen aufmalungen drauf. gefiel mir nicht.
seit heute weiss ich: wir hatten keine ahnung. schon vor ein paar wochen haben wir mal probeweise parkett geguckt, und uns natürlich spontan und wirklich einig in den gleichen boden verliebt. es war in diesem möbelgeschäft einer von der teureren sorte und war ungefähr so, wie ich mir einen piratenschiffboden vorstelle. breite dielen, die strotzen vor leben und nur wenig aufbereitet wurden.
mit dieser vorstellung sind wir heute ins tiefe bündneroberland gefahren und berichteten mit leicht weinerlicher stimme vom boden unseres traumes. und siehe da: eiche, handgehobelt, mit durchsichtigem bio-öl oder so behandelt. es war liebe auf den ersten blick. sämtliche plattenböden waren sofort aus unserem gedächtnis verschwunden, jetzt wird die ganze hütte mit diesem unglaublich schönen parkett verlegt. zum preis der platten. kratzer machen nicht viel, weil er nicht lackiert oder wie das ding heisst ist, und überhaupt der ganze boden eine eher unruhige angelegenheit ist.
das ganze hat aber blöderweise auch auswirkungen auf die küche. die oberfläche wird aus rauhem antrazithigem granit gestaltet, und wir waren uns nicht ganz sicher, ob die möbel in orange oder grün gemalt werden sollen, um den dunklen platten am boden und der arbeitsfläche einen kontrapunkt zu setzen. mit einem hellen boden sehen aber orange und grün recht blöd aus, weshalb wir nochmals umschwenkten und uns für weinrot/dunkelgrau entschieden.
einig waren wir uns auch bei der badewanne, und zwar sofort. und nur 200 franken teurer als die sanitäreigene linie, aus emaille, mit kopf- und fussenden zum liegen, weiss und überhaupt das richtige für uns kampfbader. da lohnt es sich wohl, in etwas zu investieren, das uns wirklich gefällt. wie beim boden.
das nächste haus kauf ich schlüsselfertig.
woran man auch merkt, dass das kind älter wird – abgesehen von der anmeldung für den kindergarten, die vorgestern ins haus flatterte, die ich aber mit den worten: «wir schicken unseren sohn nicht in den kindergarten» wieder zurück sandte – ist: er darf, wenn er will, beim krippenspiel der kirche mitmachen.
bin gespannt, ob er will. zur auswahl stehen: eine person aus nazareth, ein soldat, ein engel, ein hirte, ein könig, ein schaf oder eine rolle mit wenig text zur verfügung.
uns ist was wirklich extrem lustiges passiert. es ist so lustig, dass ich davon noch eine ganze weile zehren werde, ahahahahahahahaha! am sonntag haben wir ja das neue dock am flughafen besucht. das neue dock hat eine aussichtsterrasse und ist für gemeine bürger wie den eb, die kiz und mich nur per bus zu erreichen. wenn man in diesen bus steigen will, muss man eine sicherheitskontrolle über sich ergehen lassen, die sich meines wissens nicht von einer kontrolle als flugpassagier unterscheidet, mit dem unterschied, dass man am schluss nur auf einer besucherterrasse steht und nicht in einem flugzeug sitzt.
in dieser kontrolle blieben wir hängen; wir hatten nämlich einen bogen von einem pfeilbogen im gepäck. der war schon lange unter dem kinderwagen verstaut, und auf die terrasse mitnehmen geht nicht, weil: man könnte ja irgendwelche dinge auf die flugis schiessen. zum beispiel eine der glasscherben, die zur deko auf dem dach rumliegen. die farbigen, geschliffenen, man kennt die ja. oder auch andere dinge, die in der tasche waren und alleine, ohne den bogen vom pfeilbogen, im prinzip nicht gefährlich wären, als wurfgeschoss auf einem flugzeug aber schon. wir wurden angewiesen, den bogen in einem schliessfach zu versorgen, andernfalls hätten wir nicht auf die terrasse gedurft.
bei der rückkehr war der bogen vergessen. er hatte uns auch nicht nachhaltiger beschäftigt, ausser, dass uns total klar war, dass man den nicht auf die terrasse mitnehmen durfte. dass wir den überhaupt mitgebracht hatten, kam uns erst wieder in den sinn, als wir das flughafengelände schon verlassen hatten; zu spät und zu faul, um nochmals umzukehren. «rage», sagte der eb, «ruf da an und sag, wir würden den schlüssel zuschicken.»
frau rage, treusorgende ehefrau und ganz neue besitzerin eines flughafenschliessfachschlüssels, rief da an. man weiss ja nie, war unser gedanke, in welcher datei man abgespeichert wurde. und dann, plötzlich, steht die polizei vor einem, weil sie einen für einen terroristen hält, einen, der sich nicht zu schade ist, einen kinderwagen als waffe einzusetzen oder irgendwas in die richtung. dem herren, der am anderen ende abnahm, war das alles wurst. «ja», sagte er, «schicken sie doch den schlüssel zu. danke.» denken tat er, dachte sich frau rage: «lass mich in ruhe mit diesem peanut.»
zuhause kam frau rage in den sinn: der schlüssel muss gar nicht geschickt werden, der mann der trauzeugin arbeitet ja am flughafen. er soll den schlüssel zurück geben! dann spart man locker eine briefmarke und weiss auch, dass der schlüssel am schluss ans richtige ort kommt, nicht dass wieder eine nilpe dasitzt wie der herr am telefon und nicht weiss, was damit anfangen.
heute dann ein telefon vom mann der trauzeugin. «frau rage», erklärte er, «du hast einen polizeieinsatz ausgelöst.» «warum», fragte frau rage. «die mussten das schliessfach unter polizeischutz öffnen.» «aber ich hab doch extra angerufen und gesagt, dass da nix gefährliches drin sei und dass der schlüssel dazu bald kommt!» «ach», sagte der mann der trauzeugin, «ist eh wurst, ich hab denen gesagt, du seist kein böser mensch, und damit hatte es sich.» ok, wunderte sich frau rage. «aber dass du den schlüssel zurück gibst, damit spart der flughafen 1200 franken für ein neues kästli.» ok, wunderte sich frau rage. «der mann hat mir gesagt, ich soll dir dafür mal einen kaffee zahlen.»
das ist lieb vom flughafen. das ist auch echt kundenfreundlich: einen kaffee zu spendieren, wenn man einen schlüssel dort vergessen hat. cool, machen wir wieder mal. wir wissen jetzt ja: es wird uns keiner je kennen.
das häxli-gotti und ich hatten diese woche unsere literatur-woche: erst waren wir an der lesung von margaret atwood und gestern noch bei alice schwarzer.
mehr dazu vielleicht später, wenn ich mich aufgewärmt habe.
die kiz waren tapfer: sie haben uns bis um sieben, ähem, sechs uhr schlafen lassen.
flugzeuge machen bei regen ganz andere geräusche als bei sonnenschein #flugzeugwatching
dialog unter teenagern auf der eisbahn (die war neben der wiese, wo wir football schauen gingen): «schluss?», fragt die eine, freudig erregt. «nein», antwortet die andere verschmitzt lächelnd, «noch nicht ganz.» «gell», sagte die andere, «ich frag dich immer, ob du schon schluss gemacht hast.» («gott», denk ich, «bin ich froh, dass ich kein teenager mehr bin.»)
das häxli zeigt djane-qualitäten: sobald wir im auto sitzen, will sie «talia!» hören. «talia!» auf deutsch: «viva l'italia.»
der bollo gab noch ein paar lustige bonmots von sich, die ich aber samt und sonders vergessen habe. er sitzt jetzt alleine in der badewanne während das häxli friedlich im zimmer hockt und sich was kocht. irgendwie sind 8 stunden frischluftbetankung bei regen eben doch viel, wenn die innere uhr schon 18 uhr zeigt. :-)