"zeiten des aufruhrs" von richard yates, nachdem ich alle anderen bücher von ihm schon mit grosser begeisterung gelesen habe. und jetzt das. ich bin noch nicht weit, aber irgendwie beelendet mich diese art und weise der beziehung zwischen den eheleuten wheeler: wie sie nach zehn jahren so abgestumpft sind, so lieblos und jeder in seiner geschichte gefangen.
da hilft nur eins: besser machen! :-)
der tag endete mal wieder mit einem bad im see. der bollo entstieg dem wasser sehr, sehr blau und ist erst vor kurzem wieder aufgetaut.
das häxli war so erschöpft, dass es direkt nach ankunft im trauten heim in einen tiefschlaf fiel, aus dem es wohl erst morgen erwachen wird. hoffe ich!
die abzutragenden papierberge stapeln sich, und die rechnungen wurden auch noch nicht bezahlt. hand aufs herz: gibt es da draussen noch andere, die so lange keine lust auf papierberge abtragen haben? (ist bei mir phasenweise: manchmal zahl ich sofort, manchmal erst später.)
dr. sloan hat sein bestes stück gebrochen. will ich, dass dr. sloan nicht besser ist als die.ter boh.len? (der hat diese art unfall ja in seiner biographie «nichts als die wahrheit» ausführlich beschrieben.)
bin ich die einzige, die sich keinen deut für die promi-hochzeit des jahres (boris «bobele» «bumm-bumm» becker und seine sharlely «lilli» kerssenberg) interessiert?
hab ich gelesen: die geschichte eines ungarischen, jüdischen paars, das durch den krieg getrennt wird und jahre später zusammen aus dem leben scheidet: als der mann kaum mehr luft zum atmen kriegt und es der frau die luft zuschnürt beim gedanken daran, ohne ihren mann zu leben.
16 jahre später macht sich die enkelin daran, die geschichte ihrer grosseltern aufzuarbeiten. sie merkt, dass der holocaust nicht nur innerhalb der familie ein no-thema war, sondern auch in all den beziehungen zu den zahlreichen freunden, die die familie hatte.
man lernt die frau kennen: schön und launisch, unberechenbar und unbestechlich. man lernt den mann kennen, den arzt, der seltsam blass bleibt. und doch ginge das eine nicht ohne das andere.
das buch ist dünn, ich habs in drei tagen gelesen, abwesende kinder allerdings inbegriffen. :-) es ist trotz des tragischen themas leicht und schön zu lesen, eine «exklusive liebe» eben.
ein must ist es nicht.
es gibt situationen im leben eines kindes, auf die will es später niemals angesprochen werden, da bin ich mir ganz sicher. eine davon ist: wenn das kind mit einem tampon im mund durch die gänge watschelt.
hat die tochter heute im büro gemacht. der tampon (eingepackt! ungebraucht!) muss gut gewesen sein, mein scheff bot ihr nämlich eine pet-flasche an, die sie schnöde abgelehnt hat. sie liebt pet-flaschen!
der scheff sah nicht, was sie im mund hatte, und als die tochter die flasche ablehnte, sagte ich: "sie hat eben einen tampon im mund." "aber rage!", sprach der scheff und lachte peinlich berührt.
"weisst", sagte ich: "kinder haben einen sensor. meine zumindest. schon der sohn fand die dinger, auch wenn sie noch so gut versteckt waren, und gab sie nur unter zwang und grossem protest wieder her."
letzte woche übrigens hat der sohn um 8 uhr morgens einen klaps auf den po bekommen, weil er um 7.45 uhr das badezimmer mit der dusche unter wasser gesetzt hat, und zwar im wissen, dass er das keinesfalls tun darf. ich hab diese geschichte ein paar leuten erzählt, und als der sohn etwa beim fünften mal zeuge wurde, wie ich das erzählte, sagte er: "mami, du musst das nicht allen erzählen!"
gestern war ein arbeitstag. nicht ein gross anstrengender, aber ein arbeitstag an einem tag, an dem die meisten anderen nicht arbeiten müssen. am samstag hatte ich zugesehen, wie eine regenwand über den see immer näher auf die badi zukam, wo ich mit mann, kindern und gottenkind unter dem geschützten dach sass. das war das actionreichste, was ich meinem gottenkind bieten konnte.
nach der arbeit und dem znacht aber wollte ich doch noch vergnügen, und so spazierten wir - das gottenkind war längst wieder daheim - noch an den see, wo der bollo natürlich mit seinem neuen fischernetz fische fangen wollte.
und wie wir am see stehen, da denk ich mir: ich will da noch hinein. das badekleid holen wäre eine sache von fünf minuten gewesen, doch das wäre mir zu wenig spontan gewesen. (der eb lockte zudem mit einem nachtessen in unserem lieblingsrestaurant.) und so zog ich mich bis auf die unterwäsche aus und hüpfte in den see, drehte eine runde und musste auf die nächste runde schon den bollo mitnehmen.
was hat das gut getan! was war das erfrischend! das dachten sich auch die saunagänger vom nachbarhaus, die übrigens weit sexier als ich in die pfütze sprangen: nackt wie gott sie erschaffen hat. (aber erst, als ich ihnen versprochen hatte, sie nicht anzusehen.)