so, für alle, die wissen wollen, was ich sonst noch mache: dies hier ist das röckli, das ich für meine tochter gelismet habe. es hätte noch ärmel, die mach ich aber nicht, dafür kriegen die ärmel den gleichen abschluss wie der kragen. ich war zeitweise richtig süchtig nach stricken, und wenn ich ins bett lag, wusste ich kaum was anstellen mit meinen händen. selbst das zusammennähen, das scheinz jeder mercerie die kasse füllt, war kein problem. die nächsten beiden projekte sind schon ins auge gefasst. :-)
immer noch im büro: am donnerstag hab ich innerhalb von zwei stunden einen neuen job bekommen, für den sie eigentlich den eb wollten, vorübergehend zumindest. hatte leider den nachteil, dass ich nicht mitbekommen habe, wie mein sohn dem samichlaus sagte: "ich hab dich gestern schon am bahnhof gesehen, aber das warst nicht du!"
gestern abend, das war schön, mit den mädels, den üblichen verdächtigen, die ich jetzt gar nicht verlinke, weil: zu faul. es begann zu regnen, während wir urgemütlich in einem kleinen, feinen indischen restaurant sassen und assen. auf dem heimweg kam erst da, dann dort schnell ein bus, für küsschen blieb fast keine zeit.
dann stand ich am bahnhof. die laute stimme hörte ich schon von weitem, eine schöne, laute stimme, perfektes hochdeutsch, sie sprach irgendwas über blöde schweizer, die das min.arett verbieten. als die stimme näher kam, entpuppte sich der dazugehörige mann als junger, sehr gepflegter, ein wenig wie man sich watson in seinen jungen jahren vorstellt, mit hut und hutkrempe, und einem irren, sehr irren blick.
einer stellte sich ihm in den weg; was den mann noch irrer machte. er wurde lauter, ging zwar nur in schritten und worten auf den mann los, aber ein dritter schaltete sich ein und sagte: noch ein wort, und ich ruf die polizei. ich verschwand aus der bildfläche des mannes. von weitem sah ich, dass sich eine traube um den mann bildete; irgendwann sah ich: die se.curi.tas hatte ihn schon in die mangel genommen. das letzte, was ich von ihm hörte, war: «gebt mir benzodiazepin! gebt mir benzodiazepin! ich bin deutscher! gebt das an die presse weiter! g!e!b!t! m!i!r! b!e!n!z!o!d!i!a!z!e!p!i!n!» dann entrollte er, in handschellen, in der mangel der blauen männer, in die zürcher nacht.
das war die letzte ge.meinde.versamm.lung in e. ich bin wie immer bis fast am schluss geblieben, auch wenn mir meine liebste trinkpartnerin – es gibt bei uns nach der ge.meinde.versamm.lung immer gratis meinen h.ochz.zeitsw.ein –, meine trauzeugin, nicht dabei war. ach, ich werde dieses dorf, seine ränkespiele und all das extrem vermissen.
(merke: weinseligkeit ist nie gut. zum glück ist die arbeit schon getan.)
«ist die grosse eisenbahn immer noch beim manndli? ist das manndli immer noch in den ferien?»
«ok, wir können schon an den weihnachtsmarkt. aber zuerst gehen wir zu lill'lill, ok?»
«mami, ich hab dich so lieb, dass ich grad weinen muss.»
ehrlich gesagt: das kind plappert dermassen viel in letzter zeit, dass wir den wettbewerb «wer am längsten still ist, hat gewonnen» einführten. in der drauffolgenden stille machte der eb ein paar medidationsübungen, die von seiner tochter natürlich sofort übernommen wurden. der bollo und ich waren in der zwischenzeit weiter ruhig: wenn wir gewinnen wollen, dann wollen wir gewinnen.
weiche ich auf die kulinarik aus: kerbel ist mein neuer basilikum. ich liebe kerbel. hat mit einer jugenderinnerung zu tun: in belgien gab es dosensuppen, die suchen hier seinesgleichen. eine davon war kervelsoep mit fleischchügeli. yummieh! mit kerbel hab ich kürzlich eine pastasauce, bestehend aus gedünsteten champignons und geschwärzten zweibeln gemacht. what a delicious food! heute dann gabs, das hab ich aus einem frauenheftli, in orangensaft und honig gedünstete bundrüebli und dann mit schafskäse überbacken. dazu polenta: die perfekte henkersmahlzeit für die offene, tolerante schweiz.