mein lieblingswort 2009 lautet ja schnid.del-wo.ods. abgesehen davon lässt mich das alles kalt; ich wundere mich, dass der mann nicht an einem herzinfarkt erlegen ist. schliesslich weiss auch bobele: woher nahm der tiger die zeit, all das zu koordinieren? und bis jetzt zu verheimlichen?
als ich heute die schlagzeilen in der neuesten wendung zum fall las (tiger: ehefrau will, dass er in se.xtherap.ie geht), sah ich mir sein foto an und fragte mich: what the hell finden diese frauen an dem tiger? ich mein, der mann ist so wüst, den kann ich mir auch mit literweiser einschüttung meines lieblingsweins nicht schön saufen.
woran man merkt, dass man älter wird: wenn die kinder, denen man einst zwecks geldverdienung die windeln wechselte, zu feissbuckfreunden werden.
ich hab ein hobby, und zwar: reklamieren. ich reklamiere, wenn ich finde, die post könnte durchaus eine kinderwagentaugliche rampe an die treppe bauen. ich reklamiere sofort, wenn wir eine ausgabe der tageszeitung nicht bekomme, die ich allerdings gratis erhalte, und auch sonst gibz dann und wann möglichkeiten, wo man sich um irgendwas betrogen fühlt.
letztens standen der bollo und ich an einem dieser automaten, wie sie oft an bahnhöfen stehen. man daraus kann total überteuert dinge des lebens erstehen, wenn der laden schon geschlossen hat. ich persönlich finde, er funktioniert wie die süssigkeiten an der kasse: je länger ein kind drauf schaut, desto mehr will es was. insbesondere, weil es ja unglaublich lustig ist, wenn etwas von ganz oben mit einem lauten plopp nach ganz unten fällt. oder, bei neueren modellen, kann das kind zusehen, wie der miniwarenlift das zeug abholt und in die lade schmeisst.
der bollo wollte ein comella, einen schokodrink für 2.20 franken. (ich sags ja: echt teuer.) schmissen wir also die kohle rein, und dann, wie es ab und zu passiert, blieb das teil hängen. der automat war leider einbetoniert, dran rütteln hätte also nix gebracht. ich machte, was ich in solchen situationen oft tue: ich greife zum telefon und rufe die angegebene service-nummer an.
und heute lag ein gutschein über 4 stutz im briefkasten. der brief tat gut, vier stutz kann man immer gebrauchen. auch wenn der betrag nicht drüber hinwegtäuscht, dass mein rein finanzieller verlust - telefongespräch + 2.20 fr. - wohl höher lag. aber, wie heisst es so schön: einem geschenkten gaul schaut man nicht ins maul.
ich weiss, es ist lustig, nachts wach zu sein. weil mami und papi nix mehr als wieder schlafen wollen, erfüllen wir euch fast alle wünsche in der hoffnung, dass bald wieder ruhe herrscht. natürlich, wenn wir nachts um eins alle in der küche sitzen und einen jogurt essen, dann ist das lustig, wie ein kleines abenteuer. eines, das wir euch in 50 jahren noch erzählen werden, so unvergesslich ist es.
aber jetzt hatten wir das zwei mal hintereinander, und es wäre cool, wenn nächtens wieder ruhe herrscht. richtig ruhe. so, wie wir es uns von euch gewohnt sind: um acht in die kiste, um 7 uhr wieder raus. es darf auch 6.30 sein, da sind wir nicht so streng. aber einfach nicht nachts um eins.
letzte nacht war aber auch besonders. du, bollo, hattest die geniale idee, das mamipapibett zum aquarium in deinem zimmer zu machen. wie du auf die idee kamst, weiss ich nicht. die idee, dass wir dann alle bei euch im zimmer schlafen, fand ich schon gestern abend nicht mehr so lustig. aber hällewie, wie der appenzeller sagt, auch das war ein abenteuer. und, wie ich euch versprochen habe: im haus werden wir dann mal im sommer alle zusammen eine nacht auf dem balkon schlafen. darauf freu ich mich sehr.
nur nächste nacht, da hätte ich gern ruhe. sonst müsst ihr in die ferien, zu wem ist egal, einfach damit mami und papi wieder mal schlafen können. und nein, das ist keine emotionale erpressung, das ist eine ganz sachliche beschreibung der folgen, die euer tun haben könnte.
so. ihr seid jetzt in der krippe. ich gehe wieder ins bett. bis morgen morgen! eure mama.
sollten sie jemals einen babysitter gebrauchen, weil der mann und die grosseltern unabkömmlich sind oder weil es sich nur um ein paar stunden handelt, dann kann ich ihnen wärmstens die dienste von frau
seenia ans herz legen. sie ist, obwohl nur wenig schlaf intus, pünktlich, bestens gelaunt, und, noch viel besser: ihre kiz werden sie lieben. ihr wilder sohn mutiert zum charmebolzen, ihre tochter will gar nicht mehr weg von ihr. es gab da diesen moment, wo frau seenia in meine richtung am boden sass, das häxli auf ihren knien und ganz fest ihre hand drücken musste. das hat das häxli noch mit keinem menschen ausser den nahen verwandten gemacht. es adelte quasi den babysitter. frau seenia will auch nicht gehen, wenn ihre dienste nicht mehr gebraucht werden; es wäre auch blöd, weil der charmeursohn noch lange nicht alles gezeigt hat, was er spielen kann. und das erste, was die kinder sagen, wenn der babysitter weg ist: «seenia? wann kommt sie wieder?»
(die sache hatte aber auch was negatives, das aber nix mit seenia zu tun hat: der bollo weigerte sich standhaft, an die krippenspielprobe zu gehen. ich habs mit liebe versucht, mit erpressung, mit emotionaler erpressung: er blieb hart. und irgendwann, als ich den bollo vor mir sah und er mich fragte: «bist du jetzt den ganzen tag hässig?», da wurde mir klar, dass emotionale erpressung in dem moment das falsche mittel ist, er wollte und konnte schlicht und einfach nicht, obwohl ich glaube, dass es ihm ganz viel spass gemacht hätte.
weiteres negatives: nachdem ich gestern wegen arbeit erst um halb 1 ins bett ging, beschloss das häxli um 1 uhr, die nacht zu beenden, was bis 3.30 uhr dauerte. allerdings schliefen dann beide kiz bis heute um 8 uhr! und ich, ich geh jetzt wieder ins bett.)
und jetzt, meine damen und herren: daumen drücken. der eb hat tanzprüfung.
sohn: «ich will nicht in den himmel.»
mutter: «das musst du jetzt auch noch nicht.»
sohn: «aber irgendwann muss ich!»
mutter: «ja, aber erst, wenn ich schon dort oben bin.»
sohn: «wann ist das?»
mutter: «wenn ich eine alte frau bin.»
sohn: «und ich?»
mutter: «wenn du ein alter mann bist.»
to be continued.
sohn: «mama, wann muss ich in den himmel?»
mutter: «ich weiss nicht. noch lange nicht.»
sohn: «aber weisst du, wenn der liebe gott sagt, jetzt musst du in den himmel, dann muss ich dann halt gehen. da kann ich auch nix dafür.»
mittlerweile lache ich innerlich über solches. ich sehe, der tod kann einen beschäftigen. übrigens ists zwar politisch nicht unbedingt allzu korrekt, aber es hilft, wenn man dem bollo sagt, dass, wenn er jetzt auf diese schnecke/biene/käfer/sonstwas steht, dann ein kind keinen mami oder papi mehr hat.
der job, den ich vorübergehend habe, ist definitiv keiner für eine mutter mit zwei kleinen kindern. arbeitszeiten von 16 bis 24 uhr und morgens früh aufstehen: nein. nicht 100 prozent und nicht den rest meines lebens. ganz abgesehen davon dass mir die kreativität trotz allem fehlt. trotzdem ists eine gute erfahrung, kohle bringt es satt und überhaupt wäre ein nein bei der anfrage die falsche antwort gewesen. lustig ist, dass ich ja das ganze team schon kannte. der interimistische oberhund ist der bollo-götti, und an dem platz, an dem ich sitze, sass lange der eb. einer der scheffen machte die tage mal einen doofen spruch, und ich sagte nur: pass auf, ich war vorher da. was stimmt, ich war vor zehn jahren schon mal dort – also noch früher als der bollo-götti, der war es auch, der dann später den eb ins boot holte – aber es sind nicht mehr viele von damals übrig geblieben. lustig ists trotzdem, oder, wie es der scheffscheff ausdrückte: so schliessen sich kreise.
weil ich dieses jobs wegen die kiz die ganze woche nicht gesehen habe, beziehungsweise ich sie früh in der krippe ablieferte und wieder in die kiste verschwand, behielt ich sie heute, als der eb ins bündnerland abreiste, bei mir. ganz alleine, bis morgen. morgen kommt dann zwar frau seenia und schaut während der krippenspielprobe auf das häxli, aber die nacht bin ich allein. die zwei sind zuckerstücke, wir hatten besuch, der bollo fromm wie ein lamm, obwohl es sich nicht um lill'lill handelte, sondern um ein girl, das altermässig mehr bei seiner schwester liegt, und ich versteh das erste mal im leben, wie es ist, wenn einer sagt: es geht so schnell mit den kiz, man sollte jede minute geniessen. nein, ich könnte nie 100 prozent arbeiten. nie, nie, nie.
ich hab nix zu stricken. idee: ja. wolle: nein.
ehrlich gesagt, ich würde diesen hoc.hsee.kra.n ja noch schick finden. geld ist ein gänzlich anderes thema, aber das bild eines hoc.hsee.kra.ns an der limmat, das sieht wohl affengeil aus. dass man findet, dass das jetzt gerade, wo wir ja blöderweise die krise haben, das falsche engagement ist, kann ich irgendwie aber auch verstehen.
der bollo ist übrigens total allergiefrei. wir haben sein blut testen lassen, weil er eitrige ausschläge bekam, wenn es ihn sticht, und weil seine haut in fransen hängt, wenn er ein pflästerli gebraucht hat. das blutbild zeigt aber nix an, zum glück. die empfindliche haut ist ein erbstück aus den genen seiner mutter, die hat nämlich einen sonnenbrand, wenn sie 10 minuten in der prallen sonne pingpong spielt, und zwar genau dort, wo das eine tröpfchen mit faktor50 nicht dran kam. und die sich an senfwickeln und konsorten verbrennungen zweiten grades zuzieht.