vieles geht unter und verloren im alltag des familienwahnsinns; dabei, sagt man, hält einen zusammen, was man für sich alleine hat. als paar. klingt wunderschön, ist aber, siehe oben, im alltag manchmal nur schwer erlebbar. der eb und ich, wir waren nie diejenigen, die sagten: ab jetzt trinken wir jeden abend eine halbe stunde in bier miteinander. oder: einmal im monat gehört ein wochenende uns, «das braucht man einfach, schaut unbedingt, dass ihr das von anfang an habt», bla, bla, bla. wir nahmen, was gerade kam, wenn der eb mal footballmässig nach wien musste, ging ich mit, und dieses jahr, dieses wunderbare sehr lange wochenende in siena, das ergab sich auch einfach so und hat wunderbar geklappt.
aber eben, der alltag, der frisst einen auf. meist fallen wir todmüde ins bett, lesen noch eine kurze oder eine lange weile und dann: lichter löschen. so hätte der abend auch gestern enden können, wenn ich nicht plötzlich hunger bekommen hätte. ich gebe diesen gelüsten nie nach – bis gestern. «komm», sagte ich zum eb, «wir machen uns einen teller pasta.»
so sassen wir um knapp nach mitternacht («das blöde ist, dass es vom hungergefühl bis zum essen so lange geht») am tisch, assen pasta mit einer einfachen fertigsauce, die wir noch mit allerlei zutaten angereichert hatten und genossen unsere kleine, feine mitternachtsparty. die stunde schlaf, die uns dadurch abhanden kam, machen die glücksgefühle darüber, mal wieder was getan zu haben, das man sonst nicht macht, mehr als wett.
gestern hab ich einen tag lang auftragsmässig fotografiert. es ging super und war auch super lässig. ich habe clau.dio zuc.chol.ini gesehen und fand ihn super lustig. er ist aber in natura kleiner als man denkt und er schielt ein wenig. :-) ich war drauf und dran, zu ihm zu gehen und zu sagen: hey, du bist doch, ich bin, ich will ein foti mit dir und mir, weil ich sammle promifotis. :-) ich habs dann gelassen und ich denke, der eb ist froh drüber. an dem anlass waren auch die porträts, die ich im frühling für die gleiche firma gemacht habe, aufgehängt, inklusive der texte. seine «werke» auf a2 zu sehen hat dafür und dawider: man sieht jeden fehler einzeln. und meine zwei, drei favoriten waren natürlich noch schöner :-)) mein absoluter favorit ist ein herr knapp unter 40, und er sass am ende eines langen konferenztisches. vor ihm ein paar gläser und eine wasserflasche. ich hab dauernd geknipst, natürlich auch mit posen und so, aber am schluss nahmen wir das, wo er sich noch den kragen richtet und nicht direkt ins bild schaut. :-) mein zweitliebstes ist ein automechaniker, der sich über die motorhaube unseres autos beugt. ich hab ihn leicht seitlich von unten fotografiert; das auto ahnt man mehr als das man es sieht. als ich den mann das erste mal sah, dachte ich: omg. er hatte nichts gewinnendes an sich, gedrungene statur und man muss ihm fast jedes wort aus dem munde saugen – aber es war einer der fotogensten männer, die ich jemals getroffen habe. es war übrigens erst geplant, dass ein anderer die fotos macht, aber das wäre zu umständlich geworden. so wurde ich ins kalte wasser geworfen; aber ich glaube, das ergebnis kann sich sehen lassen.
ich stelle fest: seit der bollo in den kindergarten geht, ist er im umgang mit anderen kindern viel entspannter. keine ahnung, ob da ein zusammenhang besteht, weil er ist ja ein krippenkind und sich andere kinder von kleinst auf gewöhnt. vielleicht wars auch nur eine synapse, die klick gemacht hat. jedenfalls waren wir heute en famille auf dem ch.urer ha.usberg, wo wir in einem restaurant einen späten zmittag assen. vor dem restaurant hatte es einen spielplatz, und als andere kinder kamen, machte der bollo nicht auf aggro, sondern spielte mit denen, wie wenn er sie schon sein leben lang kannte. und die schwester durfte natürlich auch mit; es ist immer süss anzusehen, wie er auf sie aufpasst. :-) manchmal denk ich mir: er braucht sie mehr als sie. er hat es gern, wenn er nicht alleine ist; ihr ist es wurst.
ich habe heute ein kulinarisches experiment dermassen versifft, dass ich nicht schreiben werde, worum es ging. :-) wie eine anfängerin.
ich fands cool. gute stimmung, super konzert, genug platz zum stehen, keine adoleszenten freizeitbiertrinker, und ein paar alte freunde von früher gesehen.
die konditionierung von kindern beginnt früh; aktuell schlagen wir uns mit den g.k.b-spor.tkids herum. seit gestern ist der sohn dabei: er hat dazu einen schicken trainer und eine schicke trinkflasche geschenkt bekommen. zwei mal in der woche je eine stunde turnen; die kinder lernen in diesem jahr alle gängigen sportarten kennen, auf dass sie sich irgendwann für eine entscheiden können. "nein", erklärt der sohn jeweils, "ich will nicht footballer werden. das macht zu fest weh. aber fussball, das macht nicht so weh."
was mich stört - aber da bin ich, wie ich feststellte, die einzige in meinem bündner umfeld - dass das so penetrant von der bank beworben wird. sogar der sohn nennt sich jetzt gk.b-spor.tkid. und wissen sie was? ich werde ihm wahrscheinlich verbieten, jemals ein konto bei dieser bank zu eröffnen. einfach weil es ihm schon als kindergärtler eingebläut wurde.
das ist die eine seite. die andere seite ist, dass es eine gute sache ist. es kostet fast nichts für ein jahr, die materialen sind wirklich gut und das konzept überzeugt von vorne bis hinten und wieder zurück. für meinen sohn, das bewegungsmonster mit dieser wahnsinnigen energie ist es ideal. ausserdem wäre er ein aussenseiter, ging er nicht: das gehört zu einem bündner kind einfach dazu, da hin zu gehen. stellte ich fest. sonst hätte ich es wegen oben genannter animositäten meinerseits eventuell boykottiert.
aber konditionierung findet schon viel früher statt. kein kiosk, der nicht heftli von ligthning mcqueen verkauft, kein kiosk, der nicht die heftli von captn sh.arky verkauft. dazu kommen noch andere gadget-heftlis von zweifelhafter qualität, mit zeugs drin, das regelmässig schon das zeitliche gesegnet hat, bevor man es über die hausschwelle tragen konnte. ein, zweimal im monat wird das spielzimmer der kinder entstaubt - und dieser heflti-schrott kommt immer als erstes weg.
früher, in meiner jugend, da war das alles besser. wir bekamen im schulalter die holzeule der ubs und am kiosk gab es nur ein heftli mit zusätzen: yps. und das gimmick dazu war kult.
meine damen und herren: am 22. september wählen wir zwei neue bundesräte. zwei. lassen sie sich diese zahl auf der zunge zergehen: zwei. ich spreche auch extra von bundesräten weil sie und ich, wir glauben nicht daran, dass wir am ende des tages fünf frauen in der landesregierung haben werden. also nicht, weil wir es für unmöglich hielten, sondern weil diejenigen, die wählen, nicht dafür bekannt sind, frauen um ihres geschlechts willen zu wählen. nein, es kommt, natürlich, wie überall anders in der privatwirtschaft und so auch, auf den leistungsausweis drauf an, und da muss ich jetzt mit den parteien ein hühnchen rupfen: ich versteh nicht ganz, warum die parteien mit den austretenden bundesräten jeweils zwei kandidaten nominieren. wir spielen dieses spielchen nicht zum ersten mal, und ja, ich hab es noch nie begriffen. warum nur müssen die 244 anderen kollegas zwischen zwei kollegas auswählen? warum steht die partei nicht einfach hin und sagt: wir wollen, das ihr diese person wählt, weil wir finden, dass es die/der beste ist? (oder es verdient hat oder gut manipulierbar oder sonst was ist?) wir wissen, dass da oben in bern spiele gespielt werden, wo der otto normalbürger keinen durchblick hat. man könnte also, zumindest der form halber, wie immer eine/n kandidatin/en verheizen, hintendurch den wunschkandidaten durchgeben und dann sowieso diesen wählen. und alles wäre wie immer.
(gopf. ich muss das im fernsehen sehen.)
der sohn hatte scharlach und wir habens nicht gemerkt. wir hätten es auch weiterhin nicht bemerkt, wenn nicht sein freund die diagnose gehabt hätte. bitzeli tempi und ein ausschlag, was ist das schon? der bollo hat ab und zu tage (na gut, zwei mal im jahr oder so), wo das thermometer unter 40 grad stehen bleibt, er sonst aber nix anderes hat. auch ausschläge hatte er vor allem als baby ab und zu, die kamen und gingen, ohne dass man herausfand, was es war. jetzt ist er jedenfalls nicht mehr ansteckend und kann wieder die nachbarschaft unsicher machen, was er auch fleissig tut. den einen tag, wo er nicht in den kindsgi konnte, verbrachten wir bei der grossmutter, wo er und seine schwester bespasst wurden und die mutter sich ihrem neuen hobby, dem berberitzen-sammeln, widmete. ich weiss jetzt übrigens, warum man die getrocknet nur aus dem iran bekommt: es würde zu viel kosten, die in der schweiz entfriemeln zu lassen. ich bin seit zwei tagen dran und es ist kein ende in sicht. (der rest blieb übrigens scharlach-frei.)
das häxli hat einen kreisrunden fleck am knie, und man weiss noch nicht, was es ist. am mittwoch muss sie zum dermatologen. es ist sicher keine neurodermitis, und darüber bin ich sehr froh. der arzt tippte zuerst auf eine milbe, im moment wird die variante pilz favorisiert. lustigerweise gibt es in der gegend noch ein anderes mädchen, das genau das gleiche hat. aber wirklich tupfgenau. sie bekam erst ein antibiotika, und jetzt darf sie nix mehr nehmen ausser fenistil gegen den juckreiz (in tropfen) oder schwarzteewickel.