das häxli hat einen neuen spleen: es sucht dauernd den «calandaberg». es weiss natürlich, wo er ist, aber es muss doch immer wieder von neuem fragen, welcher der zwei hügelzüge (einer rechts, der andere links von unserem haus) jetzt eben der «calandaberg» ist.
ansonsten redet sie schon viel ganze sätze, sie redet richtig mit ihrem bruder. ihr meistgesagtes wort ist «würggli», und auch sehr beliebt, siehe unten: «i gohss. i khindergartekhind».
meine damen und herren, sie sehen meinen sohn, meinen kleinen, vierjährigen sensiblen kerl, der sich auf den weg auf seine erste kindsgireis macht. wir liefen en famille zum bahnhof runter (klar, wir, die andern wurden en gros von müttern angeliefert), und es war eine freude zu sehen, wie der bollo, dieser sensible kleine kerl, von seinem kameraden begrüsst wurde, wie sie mit ihm seich machten und er einfach ein teil einer komplett integrierten gruppe war. er zickte nicht rum, wie er das früher ab und zu tat, er war einfach mittendrin und spielte mit und hielt sich an die regeln der kindergärtnerin, obwohl mutter und vater und schwester die ganze zeit dabei waren, wenn auch nur im hintergrund, da wir nix zu melden hatten, weil er eben mit seinen kameraden spielen musste. und raten sie mal, wer am lautesten geheult hat, als er stolz wie bolle zum abschied aus dem zug winkte? richtig: muttern.
das häxli bestand derweil darauf, auch gross genug für den kindergarten zu sein und fand es gar nicht lustig, von diesem ausflug ausgeschlossen zu sein. nur eines ihrer geliebten «spiegeleierbrötli» in der bäckerei konnte sie von ihrem kummer ablenken. arme kleine maus! man kann sich bei ihr gar nicht vorstellen, dass es noch zwei jahre dauern soll :-)) und wenn sie dann in den kindsgi kommt, kommt der grosse bruder in die schule, und ich weiss noch nicht, ob sie dann nicht direkt in die schule will. :-)
ich bin ja, man weiss es, nicht der allereitelste mensch auf der welt. ok, ich hab mir mittlerweile angewöhnt, mich für berufliche zwecke dann und wann mit einer bluse aufzupeppen, eine schöne kette, die dazu passt hab ich auch, und gut ist. im alltag trage ich t-shirt, jeans und ein jäckchen, es darf dreckig werden und überhaupt, eben, ich bin nicht sooo eitel. (manchmal kommt einem das in die quere, als mich etwa das häxli-gotti vor ein paar jahren spontan an eine filmpremiere mitgenommen hat und ich keine zeit hatte, mich zu hause umzuziehen. ich fühlte mich, naja. egal. wäre heute anders. :-))
hinzu kommt meine eher geringe grösse von 1,52 metern. (ich bin, ich bring diesen witz immer wieder, nur zwei zentimeter an einem kindersitz vorbeigeschrammt.) und ja, ich weiss: würde ich meine jeans in der kinderabteilung kaufen, ich müsste nicht jedes mal die nähte umnähen. :-)
aber: ich war bisher zu stolz dazu. weiss der geier warum. ich mag es mittlerweile, wenn ein t-shirt eine taillenform hat, es muss, ausser zum schlafen, nicht jedes shirt wie ein kartoffelsack an mir hängen. ich hab es auch gar nicht gern, wenn der kragenausschnitt zu eng ist. und eng heisst: v muss mindestens sein, sonst krieg ich imaginär keine luft mehr.
zum eigentlich punkt dieses posts: ich brauchte dringend eine regenwinterjacke, weil mir die alte zu gross geworden ist. und sie jetzt fünf jahre alt war und irgendwie nicht mehr so neu, also wirklich abgefuckt aussah. ging ich also in den laden, fand eine, die mir gefiel und dann sagte der verkäufer, bevor ich sie angezogen hatte: ach, das ist ja kindergrösse. deshalb der tiefe preis. ich so: welche denn? er so: 160. ich so: das geht mir locker.
sie sitzt perfekt. sogar die ärmel sind gerade genug lang. der verkäufer erklärte noch, dass es nur noch wenige marken mit grösse 160 gäbe, das entspreche dem xs der erwachsenen. (15x wäre auch ok für mich, echt.) aber: xs der erwachsenen in der selben marke kostete über 100 franken mehr, weshalb ich mich für kindergrösse entschied. und wisst ihr was? ich werde künftig meinen stolz beiseite lassen. :-) dass die mode der jugendlichen heute auch so tailliert ist, kann ich zwar nicht immer unterstützen, aber mir kommt das entgegen. sehr sogar. :-)

von all den dingen, die täglich ins haus geflattert kommen, nervt mich neben rechnungen nur noch eins: gratisprobezeitschriften, werbemailings, als zeitung getarnte dauerwerbesendungen, einfach alles, das ungefragt reinflattert. (mig.ros-zeitung, co.op-zeitung, kir.chenbo.te, hause.eigentümer-schmonzes.) dabei hab ich glück, ich kann wählen zwischen: ich les dich und du wunderst direkt ins altpapier. nervige anrufer, die mir irgendwas andrehen wollen, die hab ich selten bis nie, alle paar jahre einmal. aber meist wollen die dann auch gar nicht mich, sondern denjenigen, der die nummer vorher hatte. weil: wir stehen nicht im telefonbuch. nicht mal für emergency calls, was ich in der heutigen zeit der natels eh schwachsinnig finde. der ichwillkeinewerbungstern nutzt ja nix.
letztens hab ich aufgeräumt, und weil ich mich dermassen über oben genannten schmonzes aufgeregt habe, griff ich zum telefonhörer. (dank ca.sa.tr.io war der anruf «gratis».) ich rief alle abo-services dieser schmonzetten an und befahl ihnen, mir und dem eb nie, nie mehr eine derartige publikation zuzustellen. in solchen dingen kann ich nicht nett sein, ich befehle einfach. ich sag dann jeweils auch: wenn ich ihre publikation wollte, täte ich sie bestellen. tue ich aber nicht.
das macht einen wahrscheinlich nicht beliebt und nett hätte es wohl den gleichen effekt, aber es geht hier auch ums prinzip: ich mag nicht unerwünschtes papier entsorgen, dass mir ungefragt ins haus geliefert wird. und wenn man die schiere menge dessen aufsummiert, dann ist der anteil an diesen postillen grösser als das, was wir sonst haben, und wir haben immerhin zwei tageszeitungen. (beides seit jahren gratis-abos. der miserable kundendienst der einen hat zum glück noch nicht gerafft, dass auf unsere adressen auch ihre heftli geschickt werden können. weil eben, wir sind unauffindbar.)
ich hab aber noch einen anderen trick: ich schreib nie, nie meine richtige telefonnummer hin, ausser es ist lebenswichtig. (versicherungen oder so, aber auch dann nur unter protest.) nicht mal tchibo hat meine nummer. und die bestellungen funktionieren tadellos.
vielleicht aber hat es auch gar nix mit all dem zu tun und wir hatten einfach glück. und in der zwischenzeit redimensioniert sich der papierberg und ein paar bäume dürfen stehen bleiben.
ich muss das jetzt loswerden, auch für mich, damit ich es nie mehr vergesse: ich habe einen bänderriss am rechten fuss. ist passiert, als ich meiner tochter die vom nachbarn selbstgebastelte natursteintreppe hinunter helfen wollte. unten, am boden, da ist nämlich ein loch. und da bin ich reingetrampt. der fuss verabschiedete sich erst seitlich nach rechts, dann nach links. und ich lag am boden und hätte schreien können. ich hab aber so eine art affektstörung, wie ich in meiner psychiatrieschwester-ausbildung lernte: je grösser der körperliche schmerz, desto mehr würd ich lachen. hysterisch lachen natürlich. weil das für leute, die mich noch nicht so lange kennen, eher komisch wirkt, hab ich auf hysterisches lachen verzichtet. der nachbar von unten war aber schnell zur stelle, als ich am boden lag und ins gras biss. zu jenem zeitpunkt hatte ich einfach riesige schmerzen und wollte nicht mehr, als lieben bleiben. auf alle ewigkeit.
später dann kamen der eb und der nachbar von grad nebenan dazu; ich war aber fähig, alleine aufzustehen und wieder hoch zu gehen. humpelnd zwar, aber es ging. der eb legte mir einen stützverband, und die tochter wollte selbstverständlich auch grad sofort einen, den sie über ihren beinpilz bekam. ich suchte die beinschiene, die ich dann dort fand, wo der eb sie vermutete: in einer noch immer unausgepackten zügelkiste.
als ich ins bett ging, fing der schmerz erst richtig an; ich hätte wirklich heulen können, war aber zu müde. die nacht verlief trotzdem gut; erst am morgen kehrte der schmerz zurück. die tochter und ich brachten den mann an den bahnhof und gingen subito an eine kinderkleiderbörse, wo ich für 120 stutz kleider kaufte, für die ich sonst mindestens das doppelte bezahlt hätte. wir waren eine viertelstunde vor beginn dort und nicht die einzige. ich begann zu jenem zeitpunkt schon, diverse ärzte zu telefonieren. und man glaubt es kaum: es hatte keiner zeit. ich hätte heulen können, so sehr tat der fuss weh und so sehr tat ich mir selbst leid. und das häxli, das machte es wie immer super. (sie sah einen mantel, wollte den und bekam ihn. wie für sie gemacht!)
ich fand dann, kurz bevor ich daran dachte, den notfall zu besuchen, doch noch einen arzt. zwei minuten von hier entfernt, ein älterer mann alter schule. er griff ein wenig herum, gab mir ein schmerzmittel und stellte die diagnose: bänderriss und bluterguss. laufen erlaubt, und das wichtigste ausser dem schmerzmittel: ein guter stützverband. (schiene geht nicht, da schmerz zu gross.) mir war dieser herr der alten schule sehr sympatisch. seine praxis war nicht mehr die neueste, hatte aber alles was man braucht, und das coolste für die kleine hexe, die natürlich mitkam und mir während ich warten musste, eine geschichte erzählte («i mol dedo gsi, hett dedo gheisse», ein interner familienschlager): eine verband-aufroll-maschine.
der heutige tag, den ich, unterbrochen nur von der neubefüllung der waschmaschine, in seiner ersten hälfte vor dem fernseher verbracht habe, lässt mich ein wenig ratlos zurück. ich bin keine strategin, und ich kann und will mich im vorfeld auch nicht stundenlang darüber auslassen, welche kombinationen welche wirkungen zeigen und wie hoch die wahrscheinlichkeit liegt, dass wir am schluss des tages vier oder doch fünf frauen im bundesrat haben.
schön war trotzdem: der moment, als die gesamte crew, von denen einige früher beim anderen sender waren, den moment verpasste, als jac.queline fehr ausschied. man hörte den schweiss von des moderators stirn förmlich auf seinen pult klatschen. apropos journis: es waren ja fast mehr schurnis dort als parlamentarier. ist aber kein wunder, wenn jedes blatt seine eigenen online-live-stream-hinschickt. wer sieht das alles? von mir aus könnte man dem staatlichen fernsehen die live-berichterstattung exklusiv überlassen; lustig ist eh, was hinter den moderatoren passiert und was wirklich wichtig ist, erfährt der normale leser und seher eh nicht, das können sie mir glauben.
zum ersten mal fiel mir übrigens auf, dass die mehrzahl derer, die im fernsehen sprachen, vom typ graumeliert, leicht aufgeschwemmt, in einen anzug gewandet, sind. und diese herren, mein liebes schweizer volk, haben wir gewählt. wir brauchen keine männer, die sagen, zum glück hat meine frau ihre tierarztkarriere an den nagel gehängt, als die kinder kamen, wir brauchen männer, die sagen: ja, das war schwierig, kinder und beruf zu vereinbaren. und ja, ab und zu lege ich die wäsche zusammen. oder: wir lassen ein bügelinstitut bügeln, meine frau hasst das auch. solche männer brauchen wir! und frauen, die von ihren männern erzählen, wie sie sich im männerrudel auf dem spielplatz behaupten.
und zum schluss noch dies: meine werten leser aus dem ausland, was vielleicht untergeht, weil der jubel über vier frauen im bundesrat - der bundesrat setzt sich aus sieben leuten plus bundeskanzler zusammen - ist, dass wir jetzt nicht nur das land mit einem leichten frauenüberhang sind, sondern dass die höchste und die zweithöchste schweizerin sowie die bundeskanzlerin ebenfalls frauen sind. die lieben sieben eben.