Dienstag, 1. April 2008

ja oder nein?

mein sohn war ein kaiserschnitt. ein geplanter, aber, wie mir die ärzte sagten, auf keinen fall ein wunschkaiserschnitt. weil: kind zu gross, rage zu klein. da wollte keiner was riskieren. das krankenhaus ist ein gutes, ich würde also nicht behaupten, dass die mich zu irgendwas gedrängt hätten. es war dann halt einfach der dritte arzt oder so in folge, der mir dringend von einer spontangeburt abgeraten hat. weil: in meiner familie ging das gar nie. in keinem der fälle. überall beckenverengungen, und eine meiner tanten hat wirklich 36 stunden lang probiert.

diesmal bin ich gar nicht erst zu einer ärztin, sondern direkt ins ambulatorium eben dieser klinik gegangen für die untersuche. wir schreiben die 35. woche und ich muss langsam wissen, was ich will.

aber ich weiss es nicht. wenn ich geschichten höre von eingeleiteten geburten, die allesamt in einem kaiserschnitt und mit grossen schmerzen endeten, dann denk ich: ach komm, es ging einmal nicht, warum sollte es diesmal gehen. und die ganze warterei und die schmerzen: nein. dann lieber wissen: dann gehz los, dann baby raus, schmerzen auch kennen und nicht stundenlang über pda diskutieren oder nicht (ich finde, viele hebammen sind weltfremd, aber egal).

ein schlechtes gewissen von wegen falschen start ins leben für das kind hab ich keins, ich muss ja vor allem die geburt über mich ergehen lassen, nicht das kind. und ich glaube fest daran, dass, wenn es stressig wird: eben, einleiten, starke wehen und kein fortschritt, das kind genau so leidet und ich ihm das eigentlich ersparen kann. wenn ich wüsste und sagen wir von meinen tanten und meiner mutter dahin gehend informiert worden wäre, dass alles glatt geht, dann wäre die sache eine andere. aber es ging nicht so und in meiner familie ist die spontangeburt nicht zur religion erhoben worden. darüber bin ich eigentlich froh, es reichen die komplexe, die man von anderen, scheinbar wissenden übermittelt kriegt und denen man sich leider gottes nicht entziehen kann. auch miss obercool rage nicht, zu meinem grössten bedauern.

aber noch hab ich zwei wochen zeit, mich zu entscheiden. und vielleicht hat sich dann auch das baby entschieden, es gefällt ihm nämlich gar nicht im becken. was, wie der arzt sagte, ein hinweis darauf sein könnte, dass es ihm einfach zu eng ist.
acqua - 1. Apr, 14:07

Und was spricht für eine Spontangeburt? Kann es sein, dass du dich schon entschieden hast. ;-)

pipistrella - 1. Apr, 15:54

ich kenn beides, kaiserschnitt und "normale" geburt. der kaiserschnitt war ein not-kaiserschnitt, so wie du die horror-szenarien beschrieben hast, einleiten - ging nichts - herztöne des kindes waren nicht mehr gut - kaiserschnitt.
der arzt hat mich dann röntgen lassen und auf grund der ergebnisse einen weiteren kaiserschnitt vorgeschlagen, ich habe abgelehnt, mit der begründung, im notfall kann man den immer noch machen. und es ging ohne und es war ein unvergleichliches erlebnis.
wenn es irgend möglich ist, probier es. wenn es klappt, hast du etwas wunderschönes erlebt, das dir niemand mehr nehmen kann und im notfall gibt es immer noch den kaiserschnitt, halt mit vollnarkose.

schnuten - 1. Apr, 16:15

ich bin auf jeden fall froh, dass es bei mir beides mal eine spontangeburt war.
Doch hätte ich die gleichen Probleme wie du bzw. wie dir vorausgesagt wird, dann würd ich den geplanten Kaiserschnitt vorziehen!

rebecca. - 1. Apr, 16:15

von wegen einleiten, starke wehen und es geht nichts: das kind muss dabei nicht unbedingt leiden. meiner hatte die ganze zeit gute herztöne...ich habe es eher weniger locker weggesteckt ;-)

Silber-pfeil - 1. Apr, 19:10

Ich war damals in einer ähnlichen Situation wie Du. Bei mir haben sie, als sich nach 5 Tagen immer noch gar nichts getan hatte, das Becken mittels RMI ausgemessen und als zu schmal ausgelegt.
Die Entscheidung ob ich eine Spontangeburt probieren wolle (mittels Einleiten und mit der Gefahr eines Notkaiserschnittes) überliessen sie mir. Die Entscheidung musste jedoch schnell gehen, da mein Fruchtwasser langsam sehr kanpp wurde.
Ich habe mich für den Kaiserschnitt entschieden. Meine Frauenärztin meinte nach der Geburt, dass es die richtige Entscheidung war.

Aber ich hatte schon noch sehr an meiner Entscheidung zu beissen. Ich habe mich viel zu wenig auf den Kaiserschnitt vorbereitet und wurde komplett überrumpelt. Es ging mir einfach viel zu schnell und es war zu steril und kalt. Liliane und ich brauchten beide erst mal eine Weile um das Ganze zu verarbeiten.

Es ist Deine Entscheidung. Egal wie du Dich entscheidest, es wird das Richtige sein. Lass Dich von Deinem Bauch führen und dann kommt es schon gut.

(Falls wir ein zweites Kind wollen, werde ich auch wieder vor der gleichen Entscheidung stehen. Und wie die ausfallen wird, das steht noch in den Sternen.)

Amidelanuit - 1. Apr, 20:08

du gibst dir doch schon selber die antwort. du kennst die voraussetzungen, du hast schon einen kaiserschnitt hinter dir aus genau den gründen. warum sollte jetzt irgendwas anders sein?

lass dich nicht irritieren.

dunski - 1. Apr, 20:52

Du

Du bist die Mama und wirst spüren, was du willst, denn du musst ja mit der Erfahrung nachher auch leben. Dein Kind wird das nur im Unterbewusstsein verarbeiten und es kann ihm nach einer für das Kind traumatischen Geburt gut geholfen werden.
Ein Notfallkasierschnitt findet mitnichten unter Vollnarkose statt. Ich hatte beim1. Kind einen und es war total unnötig eine Vollnarkose zu bekommen, was ja furchtbar wäre. Das heisst, du kannst den immer noch machen lassen, wenn's nicht geht. Einerseits finde ich es eine wichtige Erfahrung Geburstschmerzen zu erleben. Aber andererseits gibt es genug gesunde glückliche Kinder und Mütter, welche eben ohne Schmerzen geboren wurden/haben. Beim 2. hatte ich dann nämlich endlich mal richtige Wehen und musste aber nach vielen Stunden Leiden aufgeben und eine PDA verlangen...
Unangenehm ist, dass man mit dem Kaiserschnitt weniger schnell wieder fit ist. Und jede erfahrene Hebamme wird dir sagen, dass wenn deine ganze Familie nie positive Spontangeburtserfahrungen gemacht hat und auch deine Mutter dir dazu keine positiven Geschichten erzählen konnte, es dir aus deinem vererbten Verhaltensmuster heraus kaum möglich sein wird locker und entspannt an eine Spontangeburt heranzugehen. Da hättest du quasi eine ziemlich lange intensive Vorbereitung mit einer coolen Hebamme gebraucht...um auch unbewusste Barrieren abbauen zu können. Ich wünsche dir eine positive Geburtserfahrung. Allein das wäre mir wichtig.

Rebenwanderin - 1. Apr, 21:58

//camper.twoday.net/stories/4620305/

Bei mir sah es nicht gut aus mit einer spontanen Geburt...es gab jedoch einen Arzt in einer anderen Klinik, der es ggf. doch gewagt hätte. War mir aber zu riskant für das Würmchen. Ich habe es nicht bereut und auch nicht den Eindruck, daß es Jan geschadet hat.

rage - 2. Apr, 17:22

liebe alle

vielen dank für die kommentare. nein, es ist noch nicht so, dass ich mich entschieden hätte. es wechselt im stundentakt und meist schwingt obenauf, dass ich lieber einen kaiserschnitt hätte, weil dann in vier wochen alles vorbei wäre.

aber das ist ja nur eine seite der medaille. nun, es ist nicht so, dass ich irgendwelche vererbte verhaltensmuster habe, weil das ganze einfach nie so recht ein thema war. damit mein ich, wie ich schrieb: die spontangeburt wurde nicht zur allein selig machenden art und weise der geburt erkoren. das waren und sind sachliche diskussionen, wo den stundenlangen wehen durchaus eine art lustfaktor zugeschrieben wurde. (wie soll ich das erklären?)

aber eben weil das so ist, weil sämtliche frauen in meiner familie zu dünn und zu verschoben und die kinder zu gross waren, muss ich mich damit auseinandersetzen, dass ich es auf alle zeiten auch bin. es blieben mir damit auch überraschungen wie diejenige der frau silberpfeil erspart, und rein theoretisch gibt es nichts, was ich danach zu verarbeiten hätte, weil ich die spontangeburt nicht als bestes aller mittel, sondern nur als eines von ansehe.

ich bin leider auch zu sehr kopfmensch, als das ich mit hebammen und, wie wir schweizer sagen, dieser gspürschmi-mentalität umgehen kann und will. und das, obwohl sämtliche dieser erwähnten tanten doch mehr oder weniger auf diesem trip sind :-)

und vielleicht ists wirklich so, dass der entscheid beim bebe liegt. ich mein, wenn sie sich weiterhin nicht mit dem kopf in richtung becken bewegt, bleibt nur der kaiserschnitt, weil sie im spital bei beckenendlage keine spontangeburten machen. die ärztin sagte gestern, dass der kopf ziemlich rund und gross sei und dass das eben auch ein zeichen dafür sei, dass sie gar nie richtig und für lange im becken war, weil dann die köpfe in der regel länger seien.

hach, hach, hach.

rage.

reloaded.

tomatenfaen

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