rage und das schweizer stimmvolk waren sich wieder einmal einig. das gab es schon lange nicht mehr. umso mehr freut mich das jetzt. weil eben, das hat man nicht alle abstimmungssonntage.
heute will ich also zum ersten mal seit langem nicht auswandern. nein, ich bleibe da. obwohl es jetzt, mit den offenen grenzen, wohl einfacher würde. oder hab ich da was falsch verstanden?
auf jeden fall freu ich mich, dass die homosexuellen jetzt wie alle anderen auch heiraten können und kinder kriegen.
ich wünschte mir, alle tage wären wie heute. voller energie und tatendrang, durch gar nix zu bremsen.
dann würd ich
immer die treppe hinauflaufen wie ein junges reh (statt den lift zu nehmen)
dem direkten vorgesetzten sagen, wenn mir seine scheuklappenvordenaugentaktik zu wider ist.
seinem direkten vorgesetzten sagen, wenn mir die informationspolitik (identisch mit null-kommunkation) in dieser abteilung wieder mal (identisch mit immer) zum halse heraushängt.
keine schlechte laune verbreiten, sondern vor witz und elan nur so sprühen.
fürs erste wars genug heute, weil mein job ist mir wichtig. aber ich hoffe, ich erleb wieder mal so tage. weil immer die faust im sack machen, verursacht magengeschwüre. und in meinem bauch hats derzeit keinen platz mehr.
habe soeben beschlossen: ich mach künftig, worauf ich lust habe. vor allem, was das essen betrifft. ich werde nicht mehr den herrn google fragen, ob sich lakritze und schwangerschaft vertragen oder nicht.
weil sonst darf ich nix mehr.
und früher ging doch auch alles glatt, oder? auch wenn man das alles nicht wusste.
nur auf tatar werde ich auch künftig verzichten. auch wenn es sehr, sehr weh tut. am meisten von allem, eigentlich.
aber hauptsache, dem baby geht es gut.
wenn ich was wissen will, will ich es wissen. einmal war ich zum beispiel in castillon-du-gard in den ferien, einem winzig kleinen ort auf einem hügel in der provence. dort sassen wir im wunderschönen garten und liessen uns ein feines essen schmecken, als der kellner sagte: hier regnet es nur drei mal im jahr.
dann ging alles blitzschnell. ich überschlug im kopf die duschen im hotel, von denen in den privathäusern ganz zu schweigen. dann gab es noch den einen oder anderen swimmingpool. und der fluss, auf den man hinunter sah, führte praktisch kein wasser.
"wie funktioniert dann das bewässerungssystem von castillon-du-gard?", fragte ich den jungen mann zurück. der war leicht perplex. "vom regen", sagte er. "ja, aber wenn es nur drei mal im jahr regnet", gab ich zur antwort. damit war das thema dann beendet.
letzten freitag war ich an einer hochzeit. sein cousin hatte den bund fürs leben geschlossen, und wie er uns erzählte, blieb ihm das "ja" im standesamt fast im hals stecken.
worauf ich fragte: "ist das ja denn so wichtig?" es war mein voller ernst. abgesehen vom ritualmässigen bund fürs leben, was zählt rechtlich letztendlich mehr: die unterschrift oder das ja?
habe soeben einen menschen gesehen, der garantiert kleiner als ist. nein, es ist nicht der clown vom zirkus knie. sondern salome clausen, die neo-single-frau aus dem wallis.
womit sie im gleichen topf wie die winiger wäre. nur hat salome noch kein kind und schon gar nicht von einem modelnden vater.