Dienstag, 15. Juni 2010

familienschnöpsel.

  • das häxli löst ein 15teiliges puzzle im alleingang. danach erklärt sie jeweils stolz und freudig erregt: «lei gmacht! häxli! lueg! snell! lei gmacht.» wir haben das in der endlos-schlaufe, weil das häxli macht fast nix anderes derzeit als puzzles. weil sie das alte so gut konnte, hat ihr der eb aus erbarmen heute ein neues gekauft, das sie in nullkommanix auch gelöst hat. seither hat sie ein puzzle unten und eins neben dem bett.
  • der bollo war das erste mal im kindergarten; er freut sich schon sehr. der besuch fand nach der spielgruppe statt, und weil er nicht der einzige war, der nach den sommerferien in den kindergarten kommt, durften alle durch einen farbigen reifen springen, und die leiterin sagte dazu: «kommt, schaut alle geschwind, der bollo ist ein kindergartenkind.» noch jetzt brech ich in tränen aus, wenn ich mir die szene vorstelle. auch im kindergarten hätte ich die ganze zeit geheult, als er stolz mit den anderen im kreis sass.
  • heute war die schulzahnärztin in der krippe, und der bollo macht jetzt lift und boden, wenn er zähne putzt. diesen besuch hätte man schon längst haben können; selten hat er so gut zähne geputzt. das häxli auch, übrigens. «lift. bödeli. häxli. lei gmacht.» ach nein, andere baustelle.
  • der bollo gibt sachen von sich, man könnte wahlweise die wände hinauf oder in lautes lachen ausbrechen. meist gewinnt letzteres. ich muss mir das mal aufschreiben, was er da so sagt, jetzt fällt mir, typisch, natürlich rein gar nix ein.
  • seit heute gehört auch eine currypflanze zu uns. ich weiss noch gar nicht, was ich im winter machen soll, wenn ich nicht mehr einfach in den garten hinauskann und mir da, dort und drüben ein paar chrütli abschneiden kann. schluchz! man beginnt ganz anders zu kochen damit, man überlegt sich alles anders. am sonntag beispielsweise hab ich ein paar mischungen ausprobiert für apero-flöten aus strudelteig. ein paar wurden extrem fein, andere musste ich wegleeren da ungeniessbar. aber spass machz!
  • könig fussball regiert alle ausser mich. ich kann diese geräusche der vuvuzelas nicht ausstehen; aber ich bin auch diejenige, die den rummelplatz nach einer halben stunde verlässt weil zu laut und zu viel bummbumm.
  • Freitag, 11. Juni 2010

    wind.

    der tanz des windes beginnt nach dem mittagessen. erst kurz, immer wieder, und dann, wenn das erste glas in scherben am boden liegt, beginnt die vorstellung. man verliert das gefühl für die sonne, weil der wind alles kälter macht, man kann die wäsche nicht mehr draussen aufhängen, weil der wind sie mitnimmt. man muss dem grill die haube abziehen, weil der wind sie aufbläst und fortträgt.

    das dressierband bäumt sich auf, wieder und wieder und immer wieder. der wind hat es mit ohrenbetäubendem lärm gestreckt. nächtelang war es der soundtrack zu unruhigen träumen. dann ist es tot.

    gegen abend wird es auch im kopf sturm, gespräche versanden im nichts, verblasen im wind. kinder liegen rum wie tote fliegen; in ihren haaren sammelt sich, was der wind nicht weitertragen konnte.

    die nächte sind angenehm kühl.

    Dienstag, 8. Juni 2010

    sirup&confi.

    chruetli

    ich weiss gar nicht, wann ich auf den chrütli-trip kam. wo ich herkomme, gibt es viele kräuterdoktoren. die kümmern sich um alles inklusive den mondphasen. ehrlich, es gibt leute dort, die schwören beim haare schneiden auf die mondphasen. das kriegt man dort praktisch mit der muttermilch eingesogen, und es gehört so sehr dazu, dass der kanton eine ausnahmebewilligung für kräuterdoktoren bekam, was die krankenkassenabrechnung betrifft.

    mich selbst hat sehr sehr lange nur ein einziges kraut interessiert; später kam dann noch, in meiner pseudo-intellophase, basilikum dazu. überall und immer: basilikum. schnittlauch und peterli hingegen mag ich bis heute nicht, ich kann mich kaum erinnern, wann ich das letzte mal gekauft habe.

    aber jetzt, im haus, kultiviere ich kräutli. ich habe einiges geschenkt bekommen, den zitronenthymian etwa, salbei, rosmarin (oder estragon, ich schaff es nicht, die auseinanderzuhalten), und ananas-pfefferminze. selbst gepflanzt hab ich cola-kraut, maggi-kraut, kerbel, basilikum, englische minze und thymian. die kräutli wachsen und gedeihen, dass es eine freude ist, und von pfefferminze hab ich schon so viel getrocknet, dass es locker für einen winter reicht. ich verzichte beim kochen total auf bouillons und solche dinge; ich geh einfach in die büsche, schneid da und dort was ab und es schmeckt, wie man es nie zu träumen gewagt hätte. so wurde der basilikum von früher durch kerbel und zitronenthymian abgelöst; ich wusste gar nicht, wie arm mein leben vorher war :-)) kerbel kannte ich schon als kind, mein stiefvater brachte jeweils suppen davon aus der heimat mit.

    auch sonst mach ich viel selbst. aus den sieben kilo erdbeeren wurden heute fünf gelees gemacht (ich hab confi nicht so gern), drei gläser schon verschenkt (an die schwägerin, die nächste nachbarin und die nachbarin, die mir noch mit einem sack zucker aushalf). dazu kamen drei flaschen sirup, und weil ich so im drive war, holte ich auf der toten wiese unter unserem haus einige büschel holunderblüten und jetzt gibz daraus ebenfalls noch sirup. wann wir das trinken sollen, ist mir aber noch ein rätsel.

    confi

    Montag, 7. Juni 2010

    da war noch was.

    aus dem wm-kochbuch, das im tag.i vorgestellt wurde und schon damals in tout zürich ausverkauft war, hab ich heute camping-dumpers gebacken. das ist brot mit chrüütli aus dem garten, mit backpulver statt hefe und bier und milch als flüssigkeit anstelle von wasser. und: in der mitte des backens bestreicht man die chose mit milch, damit es krustiger wird. als brotaufstrich verwendet man salzige butter.

    was soll ich sagen: ein träumli. ein gaumenschmäusli. sehen gut aus, schmecken gut und sind ein erfolg – auch bei der nachbarin, die mit ihrer kleinen tochter zu besuch war.

    das buch fand ich übrigens in chur in einem buchladen. :-)) ich erzählte der dame die ganze geschichte, worauf die meinte: ach, wissen sie, das geht immer länger, bis das in gr ist. :-)) wer das buch nicht hat: blöd. es hat ganz coole dinge drin, den zitronensirup hab ich auch schon gemacht; der war auch sehr, sehr lecker.

    saisongerecht.

    epeeri

    wir waren auf einem feld, erdbeeren pflücken. in 40 minuten brachten wir es auf knapp sieben kilo. dann mussten wir, weil das häxli grausame zahnschmerzen hatte, nur noch weinte und wie wild auf den zähnen rumbiss und dabei der speichel in strömen floss, das feld verlassen. aus den erdbeeren wird jetzt sirup, gelee und sonst noch ein paar dinge gemacht.

    während dem eb seine mannschaft den halben pott geholt hat – es wartet das finale – bin ich in die westschweiz gereist, an den bielersee. meine ma, mein bruder, meine gotte und ihr mann haben in der lago lodge in einem sechserschlag übernachtet, und es war: hammer. sauglatt.

    wir lagen auf der wiese und tranken wein, wir lagen in den betten – es sind stockbetten – und kalauerten wie früher im schullager bis tief in die nacht hinein, und zwar in der preislage von: «vip heisst vorderigang penützen» (mein onkel) bis zu «von dir gibz leider keinen wetterbericht, man weiss am abend nie, wann sich am nächsten tag das gewitter über einen entlädt» (ich über meine gotte). wir lachten uns, wie früher im schullager, irgendwann auch über die allerblödesten sprüche halbkrank.

    nur baden waren wir nicht.

    Dienstag, 1. Juni 2010

    papier gegen plastik.

    man sagt, die printmedien sind am sterben, man unterlegt das mit der fehlenden musik der klingenden kassen und stampft zeitungen ein, deren zukunft man noch tags zuvor in einer anderen zeitung in schönen, rosaroten wolken beschrieb.

    man sagt, die leser wandern ins internet ab, und für eine ganze weile gehörte ich auch zu diesen lesern. ich schaue nie die tagesschau, 10vor10 auch nicht. zum einen, weil mich die konzentrierte depression manchmal richtig aggro macht, und zum anderen, weil 19.30 noch nicht mit den insbettgehzeiten der kinder kompatibel ist.

    seit ein paar tagen fällt mir auf: ich kann nicht mehr im internet news lesen. am besten geht noch der spiegel, alles andere ist mir zu sehr jahrmarkt. es blinkt und tönt einem entgegen, dass sich die balken biegen. ich mag keine diashows von lustigen unfällen mehr sehen, und wenn mich die sexuellen probleme anderer interessieren würden, würde ich die bravo kaufen. man nennt es unnützes wissen, aber in den meisten fällen interessiert es mich nicht. wahre newsmeldungen verschwinden in diesem basar an vermischtmeldungen.

    das grösste ärgernis des internets ist aber, dass jeder seine meinung kund tun kann. man kann hinschauen, wo man will, es sind immer die gleichen leute, die sich gegenseitig die meinung um die ohren schlagen und ein newsportal mit einem chat verwechseln. den seiten gibt das traffic, die redaktoren fühlen sich gebauchpinselt: wir werden gelesen, super! dem entziehen kann man sich nicht; sehr oft folgen eine handvoll kommentare direkt nach dem beitrag.

    nein, da ist mir die papierzeitung je länger, je lieber. ich kann durchblättern, lese, woran ich hängen bleibe, und wenn mich kommentare von anderen interessieren, lese ich die leserbriefe. die les ich aber fast nie. ausserdem ist das design meist unaufgeregt und ich werde (fast) nie mit der überschrift: achtung, lustig! achtung, gefährlich! belästigt.

    rage.

    reloaded.

    tomatenfaen

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